Zuerst steht ein Besuch bei einem Kind an, das ich vor ein paar Wochen zu Hause auf die Welt begleitet habe. Wir wiegen das Kleine, sprechen über Stillen und Ernährung, erinnern uns noch einmal an die Geburt.

Draußen wird es dunkel, es liegt Schneematsch auf den Straßen. Quer durch die Stadt geht es zum nächsten Besuch – eine Schwangere, deren Baby mit dem Po nach unten liegt. Wir versuchen, es mit einer chinesischen Moxabehandlung zur Drehung zu überreden. Das riecht extrem intensiv, wir räuchern die Wohnung, uns selbst und unsere Kleidung richtig zu.

Auf dem Rückweg gehe ich mit der Räucherfahne in den Supermarkt, werde dort angerufen von einer stillenden Mutter, die Fieber und Schmerzen in der Brust hat. Stillberatung vor dem Kühlregal. Wir besprechen, wie sie die Nacht überstehen kann, und verabreden uns für morgen früh.

Endlich wieder zu Hause, wird der Anrufbeantworter abgehört, ich telefoniere mit einigen Frauen. E-Mails checke ich auch noch, da ist einiges dabei, was mit dem Hebammenstreik zu tun hat.

Dann noch aufschreiben, wann ich heute wo war, die gefahrenen Kilometer notieren, den Terminplan für morgen zusammenstellen und dann endlich was essen.

Ein Krisentelefonat wegen der schmerzenden Brust um kurz vor 23 Uhr rundet den prallen Tag im Hebammenleben ab.