von wegen blauer Montag!

Hinterlasse einen Kommentar

Der Tag startet mit einem Termin in meiner Praxis. Eine Schwangerenvorsorge steht an, mit allem, was dazu gehört. Das Herz des Babys schlägt wunderbar, es gibt keine großen Probleme. Wir besprechen die Anmeldung für einen Geburtsvorbereitungskurs, den Geburtsort und klopfen die Wochenbettbetreuung fest.

Weiter geht es mit einem Besuch bei der Mutter mit der schmerzenden Brust. Das Fieber sinkt, die Schmerzen sind noch da. Wir verabreden für abends noch einen Kontrollbesuch.

Als nächstes fahre ich zu einer Schwangeren,deren Kind mit dem Po nach unten liegt. Zum dritten Mal steht heute eine Moxatherapie an, um das Baby davon zu überzeugen, sich mit dem Kopf nach unten zu drehen. Ich taste den Bauch ab, höre nach dem Herzschlag des Babys und bin zu 99 % sicher, dass es sich schon gedreht hat. Wir verzichten auf das Moxen.

Nach der Mittagspause besuche ich eine Mutter, die zwischenzeitlich vom Stillen auf Abpumpen umgestiegen ist. Das Baby hat gut zugenommen, die Brust tut nicht mehr so weh, sie möchte wieder auf Stillen umsteigen. Abends werden wir am Telefon besprechen, ob es geklappt hat und wie es weitergeht.

Bei meinem “frischen” Hausgeburtskind steht heute das Neugeborenenscreening an. Ich piekse das Baby in die Ferse und schicke ein paar Blutstropfen ins Labor, um das Blut auf Stoffwechselerkrankungen testen zu lassen. Die Rückbildung der Gebärmutter ist super, dem Lehrbuch um ungefähr eine Woche voraus. Es ist weiter alles ganz entspannt – so selbstverständlich kann es sein nach einer Hausgeburt! Mehr

Samstagabend ist nicht Feierabend

Hinterlasse einen Kommentar

Zuerst steht ein Besuch bei einem Kind an, das ich vor ein paar Wochen zu Hause auf die Welt begleitet habe. Wir wiegen das Kleine, sprechen über Stillen und Ernährung, erinnern uns noch einmal an die Geburt.

Draußen wird es dunkel, es liegt Schneematsch auf den Straßen. Quer durch die Stadt geht es zum nächsten Besuch – eine Schwangere, deren Baby mit dem Po nach unten liegt. Wir versuchen, es mit einer chinesischen Moxabehandlung zur Drehung zu überreden. Das riecht extrem intensiv, wir räuchern die Wohnung, uns selbst und unsere Kleidung richtig zu.

Auf dem Rückweg gehe ich mit der Räucherfahne in den Supermarkt, werde dort angerufen von einer stillenden Mutter, die Fieber und Schmerzen in der Brust hat. Stillberatung vor dem Kühlregal. Wir besprechen, wie sie die Nacht überstehen kann, und verabreden uns für morgen früh.

Endlich wieder zu Hause, wird der Anrufbeantworter abgehört, ich telefoniere mit einigen Frauen. E-Mails checke ich auch noch, da ist einiges dabei, was mit dem Hebammenstreik zu tun hat.

Dann noch aufschreiben, wann ich heute wo war, die gefahrenen Kilometer notieren, den Terminplan für morgen zusammenstellen und dann endlich was essen.

Ein Krisentelefonat wegen der schmerzenden Brust um kurz vor 23 Uhr rundet den prallen Tag im Hebammenleben ab.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.