Heute ist der Tag der Tage: endlich habe ich – fast – alle nötigen Zahlen zusammen, um den Datenerhebungsbogen auszufüllen. Bundesweit sollen die Hebammen Auskunft darüber geben, wie viel sie verdienen, wie viel sie an Arbeitszeit investieren, was sie unbezahlt tun. Sinn der Sache ist es, Zahlen zur Verfügung zu haben, damit alle Beteiligten (Politik, Krankenkassen, Hebammenverbände) endlich genau wissen,worüber sie reden, wenn es um die Notlage der Hebammen geht.

Schon beim Zusammensammeln wurde mir klar, was ich alles so tue, ohne dafür auch nur einen Cent zu sehen. Die unzähligen Telefonate zum Beispiel – viele davon finden von unterwegs irgendwo statt, ich habe keine Möglichkeit, sie zu dokumentieren, vergesse es, wenn ich zu Hause bin, und schreibe also auch keine Rechnung. Na gut, das wären 5 € und ein paar Cent brutto, das kann man verschmerzen, aber über’s Jahr läppert es sich.

Die vielen Stunden, die ich mit der Abrechnung, Dokumentation, Buchhaltung verbringe – für umsonst.

Die vielen Stunden Ehrenamt für Hebammenzentrale und Landesverband – für umsonst (gut, das ist mein Privatvergnügen, müsste ich ja nicht machen).

Die Fahrten zu Post, Apotheke, Praxis – für umsonst.

Die ganze Administration rund um meine Praxis, Pflege der Homepage, Aktualisierung der Kursdaten, Planungsgespräche, Praxisbesprechungen – für umsonst.

Die vielen Beratungsgespräche jenseits der Gebührenordnung, wenn der erlaubte Zeitraum der Betreuung vorbei ist und die Frauen trotzdem Hilfe brauchen – für umsonst.

Die Einsatzbereitschaft und Erreichbarkeit für die Wochenbettbetreuungen – für umsonst.

Sich die letzten drei Jahre Arbeitszeit anzugucken, eigentlich nur zur Vorbereitung für diese Datenerhebung, öffnet einem die Augen: effektives, gut entlohntes Arbeiten sieht anders aus. Ich bin sehr gespannt darauf, wie die einzelnen Kolleginnen mit dieser Erkenntnis umgehen werden, was sich alles in der Hebammenlandschaft verändern wird, wie die Hebammen ihre Arbeitszeit evtl. neu strukturieren werden …

Und natürlich bin ich sehr gespannt auf das Endergebnis dieser Datenerhebung – zum Jahresende sollen die Zahlen vorliegen. Dann wissen wir mehr.