5. Mai: Hebammenaktionstag
Das kleine Häuflein der Aufrechten (drei unbeugsame Bielefelder Hebammen) startet am internationalen Hebammenaktionstag, dem 5. Mai, wie abgesprochen morgens um kurz vor 8 Uhr am Bielefelder Hauptbahnhof gen Köln. Im Gepäck: unter anderem ein großes Plakat mit der Aufschrift “Hebammen – früher verbrannt, heute verheizt”, außerdem die Bielefelder Protestplakate, Buttons mit der Aufschrift “Stell Dir vor, Dein Kind kommt und keine Hebamme ist da” und natürlich jede Menge Lust auf Protest.
Umsteigen in Hamm, planmäßige Ankunft in Köln, und dann treffen wir auch schon die Kolleginnen, vor dem Dom. Es sind Hebammen aus dem Kölner Gebiet, aber auch aus Aachen, Wuppertal und bestimmt aus dem gesamten Umland – zu viele, um alle zu begrüßen und zu erfahren, wer woher kommt. Beeindruckend: ein gesamter Kurs aus der Hebammenschule Wuppertal rückt ebenfalls an!! Und jede Menge solidarische Mütter mit Kinderwagen leisten uns auch noch Gesellschaft.
Unser lauter Spaziergang unter der Führung von Angelika Josten und Renate Egelkraut beginnt am Kölner Dom, geht zum Rhein hinunter, am Rheinufer entlang bis zum Schokoladenmuseum, durch die Altstadt zurück mit einem Schlenker durch die Einkaufszone und endet am Dom. Grandioser Event, nicht geplant: am Rhein wird ein Schiff eingeweiht, jede Menge Anzugträger mit Sektgläsern, Musik, DJ, viele Leute, und da schlängelt sich dann ein Zug von ca. 120 Hebammen mit Sprechchören und Trillerpfeifen im Gänsemarsch durch …. unangenehme Störerinnen, aber jeder weiß jetzt, dass es Hebammen gibt!
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Unterwegs werden Protestkarten und kleine Buttons verteilt, wir drei aus Bielefeld halten unser Plakat und unser Bettuch mit der Info, dass wir auf der Roten Liste stehen, publikumswirksam in die Menge am Straßenrand, auf den Rheinschiffen und in den Cafes. Die Hebammenschülerinnen skandieren unermüdlich einen Sprechgesang: “Wir sind Hebammen und halten zusammen, denn wir wissen,wir werden beschissen” – über die Wortwahl kann man geteilter Meinung sein, der Inhalt ist absolut zu unterschreiben, und der Sprechgesang kommt so richtig laut rüber.
Zurück am Dom spricht Angelika Josten noch ein paar abschließende dankende Worte, und dann zerstreuen wir uns – zwei erfolgreiche, öffentlichkeitswirksame Stunden liegen hinter uns, bei strahlendem Sonnenschein.
Wir drei aus Bielefeld beschließen die Aktion mit einem wohlverdienten antialkoholischen Getränk in der Sonne, bevor es wieder Richtung Heimat geht.
Hoffen wir, dass unser dauerhafter Protest endlich mal an der richtigen Stelle ankommt!
Zum ersten Mal in meinen über 20 Jahren als Hebamme darf ich erleben, dass unsere Berufsgruppe in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Noch nie gab es so viele Presseberichte zum internationalen Hebammenaktionstag – den haben wir jedes Jahr begangen, mit Infoständen in den Städten, mit Pressemitteilungen, mit zahlreichen Aktionen (im letzten Jahr zum Beispiel die Autofähnchen mit der Aufschrift “Hebamme unterwegs”). Neu ist, dass sich bundesweit verschiedenste Medien für die Hebammen und ihre Protestaktionen interessieren. Damit haben wir einen weiteren Schritt auf unser Ziel hin getan, die Politik zu zwingen, unsere Notlage zu beheben!
Pressestimmen zum internationalen Hebammenaktionstag:
Sehr ausführlich, mit Hintergrundwissen gefüttert, informiert ein Artikel der TheEpocTimes über die Vorbereitungen für den internationalen Hebammenaktionstag.
Ein guter Radiobeitrag von WDR 5 zur aktuellen Hebammensituation ist hier zu hören.
Die Ärztezeitung berichtet online über den Hebammenaktionstag in Kassel.
Auch nh 24 hat einen kleinen Bericht über den Hebammenprotest in Kassel ins Netz gestellt.
In der NDR-Mediathek ist ein Bericht über den Hebammenstreik in Kiel zu sehen.
Ein sehr differenziert und gut recherchierter Beitrag aus Berlin ist beim rbb zu sehen.
Die Abschlussrede des Hebammenprotestes in Mönchengladbach ist bei youtube zu finden.
Der swr hat auf seiner Seite einen Artikel über die Hebammendemonstration in Freiburg.
Über den Hebammenprotest in Nordbayern berichtet die Nürnberger Zeitung.
Die Hannoversche Allgemeine informiert über den Protestmarsch der Hebammen in Hannover.
Sogar im Stern sind die Hebammen jetzt angekommen!
Nach wie vor erfahren die Hebammen Unterstützung durch die Partei der Grünen, hier durch eine Presseerklärung zum Hebammenaktionstag.
Hier noch ein Artikel vom Südkurier aus dem Bodenseekreis.
Ganz aktuell berichtet die Neue Westfälische aus dem Kreis Paderborn. Dort wurde eine Befragung zur Arbeitssituation unter den Hebammen durchgeführt. Das Ergebnis zeigt ganz deutlich die Unterversorgung auf, die jetzt schon gerade in ländlichen Gebieten vorhanden ist.
Der Bayrische Rundfunk hat einen Fernsehbericht über den Hebammenprotest in Nürnberg und Fürth online gestellt.